Anwalt für Unternehmens- und Vertragsrecht

Untreue

Die Kanzlei BUSE HERZ GRUNST Rechtsanwälte aus Berlin vertritt Sie in allen Angelegenheiten, die sich mit der Untreue beschäftigen.

Wir übernehmen Ihren Fall in jedem Verfahrensstadium und erarbeiten eine individuelle Strategie, unabhängig davon, ob Sie Beschuldigter oder Opfer einer Untreue sind.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Untreue und unsere anwaltlichen Leistungen bieten.

Allgemeines zur Untreue

Die Untreue ist in § 266 StGB geregelt und gehört zu den maßgeblichen Vorschriften des Wirtschaftsstrafrechts. Auch wenn die Anzahl der angezeigten Fälle wegen Untreue laut Kriminalstatistik des BKA in den vergangenen Jahren stetig gesunken ist, bleibt die Bedeutung des Untreueparagrafen in der juristischen Diskussion ungeschlagen hoch.

Wie für ein klassisches Wirtschaftsdelikt üblich, ist vieles umstritten. Hinzu kommt, dass das nationale Wirtschaftsstrafrecht durch das Europarecht stark geprägt wird.

Schutzgut des Untreuetatbestandes ist das Vermögen. Allgemein definiert wird Untreue als der Missbrauch oder Treuebruch zum Nachteil desjenigen, dessen Vermögen betreut wird.

Die zentralen Elemente des Untreuestraftatbestandes

Der Tatbestand der Untreue ist weit gefasst, weshalb nicht bei jedem vermögensrelevanten Verstoß gegen die Wirtschafts- oder Rechtsordnung ein untreuespezifisches Verhalten gegeben ist. Insbesondere das Wirtschaftsleben ist dafür bekannt, dass Treunehmer des Öfteren risikoreiche Geschäfte vornehmen.

Dabei kann aber nicht jedes risikoreiche und später vermögensnachteilige Geschäft den Tatbestand der Untreue erfüllen. Umso wichtiger ist die Herausarbeitung dieser Grauzonen durch Ihren Rechtsanwalt.

Sollte es zu einer Verurteilung kommen, können in der Strafzumessung verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, wie zum Beispiel eine fehlende Kontrolle oder Mitverschulden des Treugebers sowie Schadenswiedergutmachung.

Einhergehend mit einer Verurteilung wegen Untreue folgen oft auch zivilrechtliche Ansprüche wegen Schadensersatz. (Anspruchsgrundlagen sind in der Regel § 823 II BGB i.V.m. § 266 StGB sowie § 831 BGB oder § 31 BGB). Diese sollten bei einer effizienten und umfassenden Verteidigungsstrategie nicht außer Acht gelassen werden.

Gewähren Sie Ihrem Verteidiger deshalb vollständige Einsicht in Ihre Ermittlungsakte und erarbeiten Sie gemeinsam eine effektive Verteidigungsstrategie.

Die Vermögensbetreuungspflicht des § 266 StGB

Die Vermögensbetreuungspflicht ist diejenige Pflicht, welche im Innenverhältnis zwischen dem Treugeber als Vermögensinhaber und dem Treunehmer besteht. Der Inhalt der Vermögensbetreuungspflicht ist gekennzeichnet durch die Besorgung fremder Vermögensangelegenheiten.

Der Tatbestand der Untreue setzt sich zusammen aus dem Missbrauchstatbestand gemäß § 266 Abs.1 Var.1 StGB und dem Treubruchtatbestand gemäß § 266 Abs.1 Var.2 StGB, wobei es sich bei dem Missbrauchstatbestand um lex specialis (spezielleres Recht) handelt.

Missbrauchstatbestand, § 266 Abs.1 Var.1 StGB

Tathandlung ist der Missbrauch einer durch Gesetz, Rechtsgeschäft (Bevollmächtigter, Prokurist oder Organ einer juristischen Person) oder behördlichen Auftrag verliehenen Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen. Der Treunehmer überschreitet dabei das rechtliche Dürfen im Innenverhältnis unter gleichzeitiger Wirksamkeit seines Handelns im Außenverhältnis.

Treubruchtatbestand, § 266 Abs.1 Var.2 StGB 

Als subsidiärer Tatbestand kommt § 266 Abs.1 Var.2 StGB dann zur Geltung, wenn ein Vermögensmissbrauch zwar stattgefunden hat, dieser aber mangels Wirksamkeit des Rechtsgeschäfts im Außenverhältnis nicht erfüllt sein kann – beispielsweise wegen Verstoßes gegen Verbotsgesetze oder die guten Sitten, welche eine Nichtigkeit zur Folge haben. Die Rechtsprechung bejaht mittlerweile bei jeder unberechtigten Einwirkung auf das fremde Vermögen den Tatbestand des Treubruchs.

Vermögensnachteil für das betreute Vermögen 

Die Untreue ist als Erfolgsdelikt zu qualifizieren, d.h. es muss ein Vermögensnachteil beim Treugeber eingetreten sein. Zu beachten ist, dass die nachträgliche Zustimmung des Treugebers nicht als tatbestandsausschließendes Einverständnis gewertet werden kann, sodass eine anschließende Legalisierung der Tat ausscheidet. Eine solche kann somit nur in der Strafmilderung Berücksichtigung finden oder möglicherweise die Einstellung des Verfahrens aus Opportunitätsgründen bewirken.

Unsere anwaltlichen Leistungen im Zusammenhang mit der Untreue

Die Kanzlei BUSE HERZ GRUNST Rechtsanwälte aus Berlin berät Sie in allen rechtlichen Fragen, die sich rund um das Thema „Untreue“ stellen können. Da wir uns im Rahmen unserer alltäglichen Kanzleiarbeit schwerpunktmäßig mit den einzelnen Belangen des Wirtschaftsrechts auseinandersetzen, finden Sie in uns einen erfahrenen und kompetenten Partner, der Sie in dieser oft komplizierten Rechtsmaterie souverän beraten und durchsetzungsstark vertreten kann.

Dabei setzen wir auf ein beidseitiges Beratungskonzept und behalten neben den strafrechtlichen Belangen auch stets die zivilrechtlichen Konsequenzen im Auge.

Im Falle einer Beschuldigung unterstützen wir Sie in folgenden Situationen:

  • Vorladung von der Polizei oder Staatsanwaltschaft mit dem Vorwurf einer Untreuestrafbarkeit
  • Pflichtverteidigung im Bereich der Untreuestrafbarkeit
  • Hausdurchsuchung durch die Ermittlungsbehörde wegen des Verdachts einer Untreuestrafbarkeit
  • Verteidigung gegen Vermögensabschöpfung
  • Untersuchungshaft / Festnahme
  • Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Untreue
  • Rechtsmittel – Berufung und Revision nach einer Verurteilung

 

Zu unseren Leistungen im Bereich der Opfervertretung zählen beispielweise:

  • Vorbereitung einer Strafanzeige
  • Nebenklagevertretung
  • Zeugenbeistand
  • Klageerzwingungsverfahren
  • Adhäsionsverfahren oder separate Durchsetzung ihrer zivilrechtlichen Ansprüche

Die Rechtsanwälte unserer Kanzlei in Berlin vertreten Sie in allen Angelegenheiten, die sich mit der strafrechtlichen Untreue befassen.

Treten Sie jetzt mit uns in Kontakt!